Es gibt viele verschiedene Arten von Fehlsichtigkeiten. Wir erklären Ihnen hier die, die am häufigsten vorkommen.

Kurzsichtigkeit (Myopie)

Bei der Kurzsichtigkeit kann man, wie der Name bereits sagt, nur die Dinge scharf sehen, die sich in kurzer Entfernung vor dem Auge befinden. Kurzsichtigkeiten entstehen, wenn entweder das Auge zu lang ist (Baulängenmyopie) oder wenn das Auge Licht zu stark bricht (Brechwertmyopie). Baulängenmyopien kommen häufiger vor. In beiden Fällen liegt der Brennpunkt vor der Netzhaut. Mit Hilfe von Minusgläser (zerstreuenden Brillengläsern) kann man den Brennpunkt wieder auf die Netzhaut bringen und damit das Auge korrigieren.

Beispiel: Sie können ohne Brille Gegenstände bis max. 0,50 m vom Auge entfernt scharf sehen. Wenn Sie den Gegenstand weiter weghalten wird er unscharf. Dann liegt Ihr sogenannter Fernpunkt in -0,50m. Der Kehrwert ergibt die nötige Stärke des korrigierenden Brillenglases: 1/-0,50m = -2,00 1/m oder -2,00 dpt.! Mit einem Brillenglas von -2,00 dpt. wird der Brennpunkt genauso weit nach hinten verschoben, dass er direkt auf der Netzhaut liegt und man wieder scharf sehen kann.

Kurzsichtigkeiten kann das Auge nicht von selbst ausgleichen. Schon geringe Kurzsichtigkeiten von -0,50 dpt. verschlechtern das Sehen eindeutig. Bei -0,50 dpt. halbiert sich die Sehschärfe! Kurzsichtigkeiten über -6,00 dpt. werden als hohe Myopien gewertet; hier sollte man regelmäßig (mind. 1x im Jahr) zum Augenarzt, um den Augenhintergrund überprüfen zu lassen.

 

Weitsichtigkeit (Hyperopie)

Bei der Weitsichtigkeit kann man Dinge die weit weg sind gut sehen. Man kann aber nicht so nah ans Auge gehen wie Normal- oder Kurzsichtige. Da das Auge akkommodieren kann, fallen Weitsichtigkeiten nicht so stark auf wie Kurzsichtigkeiten. Weitsichtigkeiten entstehen, wenn entweder das Auge zu kurz ist (Baulängenhyperopie) oder wenn das Auge Licht zu schwach bricht (Brechwerthyperopie). In beiden Fällen liegt der Brennpunkt hinter der Netzhaut. Mit Hilfe von Plusgläser (sammelnden Brillengläsern) kann man den Brennpunkt wieder auf die Netzhaut bringen und damit das Auge korrigieren.

Weitsichtigkeiten kann das Auge teilweise von selbst ausgleichen. Geringe Weitsichtigkeiten verschlechtern das Sehen nicht, weil die Fähigkeit des Auges sich auf unterschiedliche Entfernungen einzustellen (Akkommodation siehe auch „Wie arbeitet das Auge“) die Weitsichtigkeit von selbst ausgleicht. Da das Auge dann aber nicht in Ruhestellung ist, sondern dauernd die Weitsichtigkeit ausgleichen muss, kann es zu Beschwerden wie Kopfschmerzen, Ermüdungserscheinungen etc. kommen. Welche Weitsichtigkeiten auskorrigiergt werden sollten und welche nicht, kann Ihnen der Augenoptiker oder Augenarzt sagen.

 

Alterssichtigkeit (Presbyopie)

Bei der Alterssichtigkeit tritt unabhängig von Weit- oder Kurzsichtigkeit eine Verschlechterung des Nahsehens auf. Im Laufe des Alterns kommt es zu Veränderung in der Augenlinse. Diese verliert an Elastizität und das Auge kann sich nicht mehr auf alle Entferungen einstellen. Man bemerkt das, wenn man die Zeitung immer weiter weg halten muss, um sie scharf zu sehen. Siehe auch Akkommodation („Wie arbeitet das Auge“). In diesen Fällen sind Lesebrillen notwendig. Falls bereits vorher eine Brille zur Korrektur einer Kurz- oder Weitsichtigkeit getragen wurde, empfehlen sich Mehrstärkenbrillen wie Gleitsichtbrillen oder Bifokalbrillen. Manchmal machen auch zwei Brillen Sinn; eine für die Ferne und eine zum Lesen. Die meisten Leute benutzen Gleitsichtbrille, da diese Brille die meisten Vorteile von allen bietet.

 

Hornhautverkrümmung (Astigmatismus)

Von einer Hornhautverkrümmung spricht man, wenn das Auge ein Bild nicht gleichmäßig punktuell abbildet, sondern zwei Bildlinien abbildet. Die Hornhaut ist nicht gleich rund, bzw. gleich kugelig, sondern in einer Richtung stärker gewölbt als in einer anderen. Stellen Sie sich einen Fussball vor. Er hat eine gleichmäßige, in allen Richtungen gleichstarke Wölbung. Stellt man sich nun auf den Fussball, ist er in waagerechter Richtung nicht so stark gewölbt, wie in senkrechter Richtung. Durch diese unterschiedlichen Wölbung entstehen unterschiedliche Brechwerte am Auge und da das Auge nicht mehr punktförmig abbildet, spricht man von astigmatisch. Ein Astigmatismus kann auch von der Augenlinse kommen oder kombiniert bei Hornhaut und Augenlinse auftreten.

Hornhautverkrümmungen sind nichts Schlimmes und sehr viele haben eine, wenn auch unterschiedlich stark ausgeprägt. Auf Rezepten und Brillenpässen gibt der zweite Wert (zyl) die Stärke des Astigmatismus an, die Gradzahl dahinter die Richtung des Astigmatismus.

 

[button link=“http://www.giese-warstein.de/?page_id=114″ form=“round“ color=“blue“]Die Brille[/button][button link=“http://www.giese-warstein.de/?page_id=287″ form=“round“ color=“blue“]Brillenvarianten[/button]