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Formen der Hörschädigung

Gehörlosigkeit

Gehörlos ist man, wenn der primäre Kommunikationsweg das Sehen ist und der Hörschaden vor dem Spracherwerb eingetroffen ist.

=> Die Verständigung findet in erster Linie über Gebärden und optische Reize statt.

Ertaubung

Ertaubt ist man, wenn der primäre Kommunikationsweg das Sehen ist und der Spracherwerb abgeschlossen ist.

=> Lautsprache wird genutzt, dennoch ist der primäre Kommunikationsweg das Sehen.

Frühschwerhörigkeit

Frühschwerhörig ist man, wenn der primäre Kommunikationsweg nicht nur das Sehen ist und der Hörschaden vor dem abgeschlossenem Spracherwerb eingetroffen ist. Es ist von Geburt an, oder vor dem Abschluss des Spracherwerbs.

Schwerhörigkeit

Schwerhörig ist man, wenn der primäre Kommunikationsweg nicht nur das Sehen ist und man den Spracherwerb abgeschlossen hat. Sprache wurde erlernt.

Altersschwerhörigkeit kann im höheren Erwachsenenalter auftreten.

=> Vorübergehende oder andauernde Einschränkung des Hörvermögens in Bezug auf das Lautsprachverstehen über das Gehör; dennoch kann es weiterhin genutzt werden.

Beispiel & Hörverlust Simulator von Signia

An dieser Stelle zeigen wir Ihnen an einem Beispiel eines Hochtonverlustes, wie man ein Audiogramm lesen kann und was für Auswirkungen der Hörverlust im Alltag hat.

Hier sehen wir einen typischen Hochtonverlust bei einer Schallempfindungsschwerhörigkeit. In der oberen Hälfte sehen wir das Tonaudiogramm. In der unteren das Sprachaudiogramm. Links das Tonaudiogramm vom rechten Ohr und umgekehrt. Ein Tonaudiogramm ist so aufgebaut: Senkrechte Linien kennzeichnen die jeweilige Frequenz. Waagerechte Linien geben den Schallpegel an. Von links nach rechts werden die Frequenzen immer größer, also die Töne von dunklen, tiefen Tönen immer heller. Von oben nach unten erhöht sich der Schallpegel.

An der 0dB Linie hört der normalhörende Mensch die Töne gerade eben. Also ganz leise.

Die oberste Linie (gestrichelt) zeigt die Hörschwelle der Knochenleitung, die zweite Linie von oben (durchgezogen mit Kreisen) die Hörschwelle der Luftleitung. Bei diesen Werten hat der schwerhörige Kunde die Töne gehört. In diesem Beispiel werden die Töne (vor allem die hohen, hellen Töne) erst später gehört, d.h. es muss lauter sein, bis der Kunde diese Töne gerade eben hören kann.

Erklärungen zum Simulator

Die Firma SIGNIA zeigt in dieser Grafik symbolisch, welche Geräusche und Buchstaben man bei welchem Hörverlust hören bzw. nicht mehr hören kann.

Der schwerhörige Kunde kann in diesem Beispiel mit dem rechten Ohr die Laute S, F, T und SCH, sowie einige weitere Buchstaben und Geräusche nicht mehr oder nur sehr leise hören. Ob ein Wort LAUF, LAUT oder LAUS heisst, wird der Kunde nur schwer unterscheiden können. In diesem Fall ist also nicht nur die Lautstärke ausschlaggebend für das Sprachverstehen, sondern vor allem die Deutlichkeit der Sprache. Die meisten schwerhörigen Menschen hören die Worte, aber verstehen sie nicht. Durch ein genau angepasstes Hörgerät wird dann dieser Frequenzbereich (grob vereinfacht) verstärkt, sodass die Buchstaben wieder gehört werden und alles heller und dadurch deutlicher klingt.

Je nach Technik und Preisklasse werden jetzt zwei Hörgeräte passend zu dieser Messung eingestellt. Je besser ein Hörgerät ist, d.h. je mehr und je besser die Technik in dem Hörgerät ist, desto genauer kann der Akustiker den Hörverlust ausgleichen. Welche Hörgeräte mit welchen Techniken ausgestattet sind, erfahren Sie auf den jeweiligen Hörgeräte Seiten.

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