Damit das Auge sehen kann, ist erstmal Licht notwendig. Licht wird von einem Erzeuger (Sonne, Lampe, etc.) abgestrahlt und von den natürlichen Dingen in alle Richtungen reflektiert. Bei dieser Reflektion werden nicht alle Wellenlängen des Lichtes reflektiert, einige werden absorbiert. Dadurch entstehen die unterschiedlichen Farben.

Dieses Licht fällt jetzt auf das Auge auf Tränenfilm und Hornhaut. Hier wird der Lichtstrahl das erste Mal gebrochen.*

(* Man spricht von Lichtbrechnung, weil der Lichtstrahl nach Eintritt in das Medium von seiner ursprünglichen Richtung weg gebrochen wird. Dies geschieht an jeder Grenzfläche von zwei Medien. Luft hat eine andere Dichte als Wasser oder Glas. Das Licht breitet sich in diesen, verschiedenen „Medien“ unterschiedlich schnell aus. Man spricht vom Brechnungsindex (n), d.h. wenn Licht in Luft 300.000 km/s schnell ist und in Glas nur 200.000 km/s, hat dieses Glas einen Brechnungsindex von 1,5 (300.000km/s geteilt durch 200.000 km/s = 1,5). Je langsamer das Licht in einem Medium ist, desto höher ist der Brechungsindex n und desto stärker wird das Licht abgelenkt. Der Vorteil höherbrechender Gläser ist, dass man weniger Glas benötigt, für die gleiche Wirkung. Ein Glas mit n=1,74 ist wesentlich dünner als ein Standardglas mit n=1,5. Das ist vor allem bei starken Fehlsichtigkeiten wichtig.)

Die Hornhaut hat einen Brechungsindex von ungefähr 1,36. Bei der Lichtbrechung wird das Licht beim Übergang vom dünneren zum dichteren Medium immer zum Lot hin gebrochen. Der Lichtstrahl wird also gebündelt, durchläuft weitere Teile des Auges, wird weiter gebrochen und sammelt sich im Idealfall im Brennpunkt auf der Netzhaut. Hier werden die unterschiedlichen Wellenlängen von Zapfen und Stäbchen in elektrische Impulse umgewandelt und über die Sehnerven an das Gehirn weitergeleitet.Im Gehirn findet ein Großteil der Verarbeitung der beiden Bilder statt, sodaß bestenfalls ein scharfes, räumliches Sehen vorliegt.

Hinweis:Der Prozess des Sehens ist hier nur sehr grob erläutert.

Hier erklären wir einige wichtige Begriffe, die die Sehleistung und Eigenschaften von Augen beschreiben:

 

Sehschärfe (Visus)

Eine wichtige Größe beim Auge ist die Sehschärfe. Sie gibt an wie scharf das Auge bestimmte Dinge in einer bestimmten Entfernung erkennen kann. Eine Sehschärfe von 100% also Visus 1,00 ist normal. Für das Autofahren benötigt man mindestens eine Sehschärfe von 70% also Visus 0,70.

Bei Fehlsichtigkeiten kommt es meistens zu einer Verschlechterung der Sehleistung.

Beispiel: Ein Kunde ist -1,00 dpt. kurzsichtig. Ohne Brille hat er einen Visus von 0,25  also 25%, mit Brille kommt er auf 1,00 also 100%. Das sind 75% Gewinn, die er starkt merkt und daher die Brille ständig tragen wird.

Manche Kunden, z.B. mit Makuladegeneration, kommen trotz vollkorrigierender Brille nicht über 30% Sehschärfe, weil das Auge einfach nicht mehr auflösen kann.

Die Sehschärfe gibt also nur die Leistungsfähigkeit des Auges an

 

Sehstärke (Dioptrien)

Die Sehstärke ist die andere wichtige Größe beim Auge, vor allem beim fehlsichtigen. Sie gibt die Stärke der Korrektion an, die nötig ist um das Auge zu korrigieren. Dioptrien ist eine Einheit, die den Kehrwert einer Entfernung in Metern angibt.

Beispiel: Ein Kunde sieht Gegenstände bis 50cm scharf, weiter weg werden sie undeutlich. Sein Fernpunkt liegt in -0,50m vom Auge entfernt. Der Kehrwert 1/-0,50m ergibt -2,00 dpt, d.h. mit einem Brillenglas von -2,00 dpt. wird sein Fernpunkt wieder ins Unendliche geschoben und er kann alles scharf sehen.

Die Sehstärke gibt nur die notwendige Korrektion an, um die Fehlsichtigkeiten des Auge voll auszukorrigieren.

=> Wenn das Auge nicht mehr leisten kann (Sehschärfe), bringt es nichts, wenn man einfach die Stärke der Brille (Sehstärke) erhöht.

 

Akkommodation

Akkommodation nennt man die Fähigkeit des Auges sich auf unterschiedliche Entfernungen scharf einzustellen. Dies macht die Augenlinse.

Gegenstände die 6m oder weiter vom Auge entfernt sind, werden vom normalsichtigen Auge scharf auf der Netzhaut abgebildet. Befindet sich ein Gegenstand näher am Auge verschiebt sich der Brennpunkt hinter die Netzhaut und das Bild würde unscharf werden. Nun „erhöht“ die Augenlinse ihren Brechwert und bringt das Bild wieder auf die Netzhaut.

Wenn Sie Ihren Arm austrecken und den Daumen vors Auge halten, und einmal weit entfernte Gegenstände anschauen und zwischendurch auf den Daumen schauen, sehen Sie wie Ihr Auge akkommodiert.

Die Fähigkeit der Akkommodation läßt im Laufe des Lebens nach. Während Kinder sehr stark akkommodieren können, also Gegenstände in sehr kurzer Entfernung vor dem Auge scharf abbilden können, schafft ein junger Erwachsener sehr viel weniger. Irgendwann zwischen 38 und 50 Jahren ist das Akkommodationsvermögen so weit abgesunken, dass man eine Zeitung nicht mehr in einer vernünftigen Entfernung lesen kann. Man spricht von einer Alterssichtigkeit (Presbyopie).

Was passiert, wenn das Auge den Lichtstrahl nicht auf der Netzhaut scharf abbilden kann, können Sie hier lesen.

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